Erstmalig stellt die Düsseldorfer Innovations- und Wissenschaftsagentur (DIWA GmbH) aktuelle Forschungs- und Gründungsprojekte der Heinrich-Heine-Universität auf der Hannover Messe vor.
Auf dem Gemeinschaftsstand des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW (Halle2, Stand C 38) werden folgende Innovationen präsentiert:
Institut für Experimentelle Physik der kondensierten Materie, Abteilung für Materialwissenschaft, Prof. Dr. Klaus Schierbaum
Wasserstoffsensor zur Anwendung im Automobilbereich und in Brennstoffzellen
Prof. Schierbaum mit seinem Team schaffte es einen Wasserstoffsensor auf Basis einer Schottky-Diode zu bauen, der zwei verschiedene Detektionsprinzipien vereinigt und ein in dieser Kombination bislang nicht erreichtes Spektrum günstiger Eigenschaften bietet, die sich durch eine einfache und damit kostengünstige Herstellungstechnologie bei gleichzeitiger Material- und Strukturoptimierung der Komponenten ergeben. Der Sensor kann als Sicherheitssensor für wasserstoffbetriebene Automobile, für mobile und stationäre Brennstoffzellen und eine Reihe anderer Anwendungen eingesetzt werden. Hervorzuheben ist die sehr niedrige Leistungsaufnahme und die hohe elektrische Stabilität ohne Verwendung einer Heizung. Die bisherigen Prototypen haben die Tests aus den Forderungskatalogen der Automobilbranche in einem großen Temperaturbereich erfolgreich bestanden.
Lehrstuhl für Physikalische Chemie, Prof. Dr. Hans Bettermann
Kombinierter Gasdetektor & Feuchtesensor zum Einsatz in PEM-Brennstoffzellen
Prof. Bettermann und seine Mannschaft haben ein Gerät zur Gasdetektion gebaut, das für den Betrieb von (auto-)mobilen oder stationären PEM-Brennstoffzellen drei wesentliche Aufgaben erfüllt und damit die Haltbarkeit der Zelle signifikant verlängert und deren Leistung stets im optimalen Arbeitspunkt hält: Der optische Detektor erkennt Vorstufen einer Membranschädigung durch den Nachweis von Stickstoff im Anodenabgas, der durch die Membran tritt. Zweitens ist die Regelung der Membranfeuchte, die zur Rissbildung in der Membran führt, über einen Feuchtesensor und somit eine signifikante Erhöhung der Lebensdauer der Membran und damit der gesamten Brennstoffzelle möglich. Da der Detektor auch Wasserstoff misst, kann über ein Ventil am Anodenausgang, das vom Detektor gesteuert wird, die für den Betrieb kostengünstigste Wasserstoffkonzentration eingestellt werden. Zur Detektion wird das jeweilige Gas über eine Bogenentladung zur Lichtemission angeregt. Das Gerät kann dank seiner kleinen Bauform kostengünstig in das Brennstoffzellensystem integriert werden.
Institut für Stoffwechselphysiologie, Abteilung für Ecophysiologie,
Prof. Dr. Christopher Bridges
Brutstock-Management System für Aquakulturen: Identifizierungs- und Hormoninduktions-Tags, Biopsie Instrumente
Prof. Bridges hat mit seinem Team ein System von Harpunen- und Jabstick-Spitzen aus Titan und Edelstahl zum kontrollierten Verabreichen von Hormonen bei Fischen in Fischfarmen hergestellt und mehrfach erfolgreich getestet. Parallel zur Hormongabe erlaubt das System ein Anbringen von passiven RFID-Tags am Fisch und die Durchführung einer Muskelbiopsie sowie anschließendem DNA-Test. Mit diesem Managementsystem lässt sich die Eiablage steuern und die Fischzuchteffizienz u.a. durch die Rückverfolgbarkeit und automatische Erfolgskontrolle wesentlich und kostengünstig verbessern.
Rough Coating Design (RCD), Dr. Hakan Cinar, Dipl.-Chem. Marcus Dickmeis
Additive und Crosslinker für Beschichtungen
„Rough Coating Design“ (RCD) ermöglicht durch den Einsatz von patentgeschützten Additiven in UV-Pulverlacken eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Mattbeschichtung von Metall-, Kunststoff-, Holz-, Papier- und Lederoberflächen ohne umweltschädliche Abfälle bzw. Emissionen. Durch den Anteil an reaktiven Additiven im Pulverlack kann ein reproduzierbarer Glanz beliebig von Seidenglanz bis zu Matt gesteuert werden. Zurzeit gibt es keine vergleichbare Lösung für das Mattierungsproblem von UV-Pulverlacken im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit, vorhandenes Know-how sowie technologischen Vorsprung.
Diese Additive können in weiteren Anwendungen als Crosslinker für verschiedene Beschichtungsarten eingesetzt werden. Speziell im Bereich der Pulverlackierungen können erstmals nicht hitzebeständige Materialien wie Holz, Plastik, Papier und Leder beschichtet werden.